Und wieder ging ein weiteres legendäres PLANCKS-Wochenende viel zu schnell zu Ende. Wie versprochen haben wir PLANCKS 2026 nach Wien verlegt – und Wien hat geliefert. Mehr Teams, mehr Chaos, mehr Physik, und am Ende wieder ein Ergebnis, das zum Nachdenken anregt. Ein imposantes Feld – Studierende aus Wien, Graz, Innsbruck und Linz, alle mit dem gleichen Ziel: zu rechnen bis die Köpfe rauchen und die Finger wund sind. Viele bekannte Gesichter, einige neue, und wie immer: zu wenig Brötchen für alle.
Diesmal schickten sich gleich zwanzig (!) Teams PLANCKS Austria zu gewinnen. Dadurch bekam Österreich einen zweiten Startplatz beim internationalen Finale! Das heißt, dass die besten zwei Teams nach Eindhoven fahren können. Finanzielle Unterstützung inklusive!
Nach dem Empfang wurden die Teilnehmer in ihre Räume geleitet, wo sie sich an sieben faszinierende, aber auch gnadenlose Aufgaben versuchen durften. Die Themen spannten sich dabei über das gesamte Spektrum der Physik:
- Quantum Sensing: Jener Trick, den Zugvögel nutzen, um immer die Ersten am Strand zu sein. Diese Hundlinge reservieren mir damit immer alle Liegen weg. Unfair!
- Triple Trouble: Wie schaut eigentlich der ideale Planet aus, wenn man grad knapp bei Kasse ist? Wie verhält sich das Wasser eines rotierenden Eimers? Ist dieser Tisch stabil? Wahrscheinlich? Naja, hoffentlich.
- Graphene Magnetic Barrier: Du hast vielleicht schon von Klein tunneling gehört. Doch dieses Problem geht noch darüber hinaus. To infinity? Nein, nur beyond.
- Neutrino Oscillations: Das standard model hatte für eine lange Zeit Stress mit den Neutrinos der Sonne. Doch in diesem Beispiel findet man swift die Lösung: oscillate it off, oscillate it off.
- Strong Gravitational Lensing: Galaxien die mehrfach zu sehen sind: intergalaktische Illusionen?! Ich seh jetzt schon Sterne. Was soll das überhaupt: galaxy clusters als Linsen? Nein danke, da bleib ich lieber bei meiner Lesebrille.
- Radiation of Accelerated Particles: Hier lernt man wie schnell klassische Physik zusammenbricht: Elektronen die um den Atomkern kreisen? Was für ein Blödsinn.
- The Silicon Wall: In diesem Problem rechnet man aus wie dünn man das gate oxide minimal machen kann. Damit ist Moore’s law physikalisch begrenzt, denn ohne gate geht nix.
Die Aufgaben und Lösungen findet ihr hier.
Die Siegerehrung
Die Spannung bei der Siegerehrung war, wie immer, kaum zu ertragen. Balkendiagramme schossen empor – und dieses Jahr stiegen sie sogar höher als je zuvor!
Platz fünf ging an die Cylindrical Penguins mit 19,25 Punkten, mit dem besten Ergebnis bei dem silicon wall Problem. Pinguine. Zylindrisch. Seltsam, dass die wirklich auf der Uni Wien studieren dürfen.
Kanpp vor den Pinguinen watschelten The Misfits mit starken 19,75 Punkten knapp am Podest vorbei. Das Team, das sich erst am Wettkampftag kennengelernt hatte – zusammengewürfelt aus Einzelanmeldungen – konnte beim Radiation-Beispiel das zweitbeste Ergebnis des gesamten Feldes einfahren. Der Name scheint im Nachhinein etwas unpassend, denn sie passten durchaus gut zusammen.
Den dritten Platz sicherten sich Lost in Phase Space mit 20 Punkten. So lost waren sie anscheinend dann doch nicht, denn sie haben bei 6/7 Beispielen Punkte geholt. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war offensichtlich eine lange – bei der Siegerehrung am Sonntag sahen sie teilweise tatsächlich etwas lost aus.
Nun wird es jedoch richtig ernst. Die besten zwei Teams fahren zum internationlen Finale in Eindhoven. Trommelwirbel….Platz zwei erkämpfte sich Wirbelfrei mit beeindruckenden 36,25 Punkten! Glückwunsch, ihr fährt nach Eindhoven! Ursprünglich nur zu dritt, nahm Team Wirbelfrei im letzten Moment die einzig gesunde Person eines wegen Krankheit – oder war’s doch die Feier am Vorabend? – geschwächten TU-Wien-Teams auf. Das schien sich gelohnt zu haben, denn die graphene barrier war für sie keine Barriere und auch bei den neutrino oscillations holten sie die meisten Punkte. Damit ließen sie die ganzen anderen Teams hinter sich.
Die ganzen anderen Teams? Nein! Ein von unbeugsamen Grazern bevölkertes Team hörte nicht auf, Team Wirbelfrei Widerstand zu leisten. Das Siegerteam. Benannt nach dem großen Wiener selbst – und damit auch irgendwie prädestiniert für einen Sieg in Wien. Ludwig’s Boltzmänner. Mit Bestleistungen bei quantum sensing, triple trouble und radiation of accelerated charges sicherten sie sich mit 39,25 Punkten den Sieg. Herzlichen Glückwunsch – den ersten Platz und einen Startplatz in Eindhoven habt ihr euch verdient!
Das Professorenteam
Was wäre PLANCKS Austria ohne das Professorenteam? Dieses Jahr bekam der Grazer Professor Enrico Arrigoni Unterstützung von Wiener Professor Harold Steinacker. Nachdem sich der Staub, aufgewirbelt durch vier Stunden konzentrierter Rechnerei, gesetzt hat, stand es fest. Quantum sensing, graphene barrier und die neutrino oscialltions lagen besiegt am Boden und dem radiation of accelerated charges Problem wurde das Taschengeld weggenommen. 47 Punkte, die Studenten wurden erneut geschlagen. Das tut weh. Arrigoni und Steinacker demonstrierten höflich aber gnadenlos , dass Jahrzehnte der Erfahrung doch einen Unterschied machen und warum sie vorne an der Tafel herumschreiben dürfen.
Der Elefant im Raum: die AI
Nun ja. ChatGPT hat 128 von 131 möglichen Punkten geholt. Der Lichtblick: ChatGPT benutzt das Internet der fiese Schummler. Einen besseren Vergleich liefer die lokal laufende AI von PAULI-Mitglied Hannes. Nach zwei Stunden Rechenzeit und einer saftigen Stromrechnung kommt sie auf 57,75 Punkte – und liegt damit sogar über dem Professorenteam. Machbar.
Ausblick 2027
Nächstes Jahr kehren wir zurück. Ob nach Wien, nach Graz, oder irgendwo dazwischen – das entscheiden wir, sobald wir uns von diesem Wochenende erholt haben. Was wir versprechen können: Die Beispiele werden wieder lehrreich und faszinierend werden und es wird mehr Brötchen geben. Naja, das mit den Brötchen ist vielleicht gelogen.
Bis dahin macht es wie die AI: trainiert. Die Professoren tun es wahrscheinlich auch.
Wir sehen uns nächstes Jahr –
PAULI







